Barfuß Schuhe

Ein Widerspruch in sich?

Wenn der Schuh drückt, trenne dich vom Schuh, nicht vom Weg!_resize

„… jeder Schuh macht einen natürlichen und normalen Gang unmöglich…“ (Dr. Rossi)

Minimalistische oder Barfuß Schuhe, Sandalen oder wie sie alle heißen, werden üblicherweise in jedem Sportgeschäft angeboten, wenn man auf „natural oder barfuß laufen“ umsteigen möchte. Vorsicht: jede Sohle unter unserer Fußsohle ändert unseren Gang. Ganz besonders, je älter wir sind – über 30 – hat sich unsere Neurologie dermaßen an den Fersengang gewöhnt, dass ein Umlernen viel Zeit braucht. Neue Studien belegen dies (Dr. Mullen). Selbst wenn wir denken, wir landen mit dem Vorfuß, ist dies meist nicht der Fall. Ich beobachte Läufer überall und kann dies zu 99% nur bestätigen. Selbst Kinder und Jugendliche, die sich fürs Fußball oder die Leichtathletik einlaufen, landen in ihren schweren und gedämpften Schuhen hart und mit „arretiertem“ Kniegelenk – „autsch“ – auf der Ferse.

Fuß passt sich dem Schuh an_resize

Dieses „Landemuster“ hat sich in unseren Köpfen fest verankert. So landen wir mit den ungedämpften Minimalschuhen nach wie vor auf der Ferse und wundern uns über die nächste Verletzung. Dann heißt es ganz vorschnell: „Barfußlaufen ist gefährlich.“

Nicht wir „laufen unsere Schuhe ein“, sondern der „Schuh läuft uns ein…“ (Rossi, W.).

In Minimalschuhen – der Name Barfußschuh ist ein Schwindel in sich – hier will die Industrie nur verkaufen – kann man selbst in der Übergangsphase Stunde um Stunde laufen, bevor wir die Quittung bekommen.

Hingegen ist beim Barfußlaufen unsere Fußsohle der „Führer“. Sie wird sobald wir zu lange laufen weich. Blasen können sich bilden oder am nächsten Tag können wir vor Schmerzen nicht einmal mehr barfuß stehen.

Ich empfehle allen Läufern zuerst nur barfuß zu laufen – mindestens für 2-3 Monate auf hartem Untergrund – siehe Barfuß 1×1 – frühestens dann sollte man auf Minimalschuhe & Co. umsteigen. Trotzdem aber das Barfußlaufen weiter üben!!!

Einige Tipps beim Kauf von Minimalschuhen:

  1. Achtet auf eine weite Zehenbox (Zehen brauchen Platz um das Körpergewicht gleichmäßig zu verteilen und um greifen zu können)
  2. Die Sprengung sollte minimal sein, d.h. die Ferse sollte im Vergleich zum Vorfuß nicht höher sein.
  3. Der Schuh sollte nicht oder nur minimal gedämpft sein, damit der Fuß lernen kann – wieder zuerst nur übers Barfuß laufen – diese Aufgabe zu übernehmen.
  4. Der Schuh sollte kein vorgeformtes Fußgewölbe besitzen – leider kenne ich keinen Minimalschuh, der dieses Kriterium erfüllt – durch ein vorgeformtes Fußgewölbe muss die Plantar Fascie die Aufgabe des Fußgewölbes übernehmen. Sie kann dies nicht auf Dauer und so entstehen langanhaltende Entzündungen u.a. der Fersensporn.